Samstag, 10. April 2010

Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras und El Salvador

Nach einigen Tagen Wartezeit in einem Hotel in Panama-City, die wir mit Ausflügen (Besuch des Panama-Kanals), einer Stadtrundfahrt und „Stadtbummeln“ verbringen, bekommen wir die Nachricht, daß unsere Wohnmobile im Hafen von COLON (Panama) eingetroffen sind.
Ein Bus bringt uns nach COLON und wir hoffen, daß unsere Fahrzeuge den Schiffstransport gut überstanden haben.
Leider hat der Zoll in CARTAGENA (Kolumbien) in unserer Abwesenheit alle Wohnmobile komplett ausräumen lassen. Danach hat man alles Zeug völlig durcheinander wieder irgendwie in die Fahrzeuge hineingestopft. Entsprechend chaotisch sah es auch in unserem WOMO aus. Irgendein besonderer „Intelligenzler“ hat bei uns im Führerhaus sogar einen Teil der Bodenplatte zum Motorraum hin herausgeschraubt und nicht wieder montiert sondern nur auf das „Loch“ draufgelegt.
Wir mußten auf jeden Fall das ganze WOMO noch einmal komplett ausräumen, reinigen und in der alten Ordnung wieder einräumen. Bei der tropischen Hitze auf einem Parkplatz wirklich kein Vergnügen. Der kolumbianische Zoll hat keine guten Karten bei uns.
Letztlich ist aber doch alles geschafft, und wir sind im wahrsten Sinn des Wortes endlich wieder „mobil“.
Wir bleiben noch ein paar Tage in PANAMA, unter anderem auf einem Campingplatz in SANTA CLARA (Panama), wo Kinder einer nahegelegenen Schule einheimische Tänze für uns vorführen. – Danach stieg noch Helmut´s Geburtstagsfeier und Babsi spielte bis spät in die Nacht auf der Gitarre.
Nach dem Grenzübertritt zu COSTA RICA fahren wir durch eine herrliche, tropische Landschaft entlang der Pazifikküste und verbringen eine Nacht auf einem Hotelparkplatz direkt am Strand, wo wir am Morgen im Pazifik schwimmen können.
Danach fahren wir in das Landesinnere zur Hauptstadt SAN JOSÉ (Costa Rica), wo bei wir von Meereshöhe bis auf ca. 3.300 Meter kommen. Von unserem Campingplatz aus werden wir mit einem Bus zum Vulkan POAS gebracht, wo wir direkt in den rauchenden Krater schauen können.
Die Reise führt uns weiter an den ARENALSEE (Costa Rica), wo wir ein paar Tage auf dem Parkplatz eines Schweizer Hotels (mit Schwimmbad) stehen können. Der Schweizer hat auf seinem (nicht kleinen) Grundstück nicht nur das Hotel errichtet, sondern auch ein „Drehrestaurant“ auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Vulkan EL ARENAL, zu dem eine richtige „Bergbahn“ führt, die er aus der Schweiz geholt hat.
Am nächsten Tag fahren wir mit einem Bus zu einem Dschungelfluß, dem RIO FRIO, wo wir mit einem flachgehenden Boot langsam an den Ufern entlang gleiten. Verschiedenste Vögel, Affen und Kaimane lassen sich blicken und die vielfältige, tropische Flora ist für uns ohnehin immer beeindruckend.
Weiter geht die Reise nach GRANADA (Nicaragua), wo ein Stellplatz direkt am Nicaragua-See auf uns wartet.
Am nächsten Morgen werden wir von Pferdekutschen abgeholt und besichtigen auf diese angenehme Weise GRANADA, wo es noch sehr schöne Kolonialbauten und viele alte Kirchen gibt.
Wir machen auch einen kleinen Abstecher nach MANAGUA, der Hauptstadt von Nicaragua. Hier wird sehr deutlich, daß das Land mit großer Armut zu kämpfen hat. So gibt es mitten im Zentrum der Hauptstadt Armensiedlungen, die praktisch nur aus Holzgerüsten und schwarzen Plastikplanen gebaut sind.
Die Reise führt uns jetzt weiter nach HONDURAS, wo wir die Hauptstadt TEGUCIGALPA besuchen, die auf einer Seehöhe von ca. 1.000 Metern liegt. Recht viel „touristisch“ interessantes gibt es nicht zu sehen in dieser Stadt. Jedoch zeigt sich auch hier wie in MANAGUA (Nicaragua) sehr viel Armut.
Nach verschiedenen Zwischenstops, die uns durch weite Landesteile führen, erreichen wir RUINAS DE COPAN (Honduras), wo sich die Ruinen der südlichsten Stadt des ehemaligen Reiches der MAYA befinden.
Da wir am Karfreitag den Ort besuchen, findet gerade eine Osterprozession statt, und eine Straße ist künstlerisch mit Bildern aus farbigem Sand gestaltet, die religiöse Motive darstellen.
Die Ruinenstadt von COPAN ist die erste Kultstätte der MAYA, die wir besuchen. In GUATEMALA und MEXICO werden noch einige Weitere folgen.
Von COPAN aus geht es weiter nach EL SALVADOR, wo wir an die COSTA DEL SOL und damit wieder an die Pazifikküste kommen und im Gelände einer Hotelanlage unter Palmen unsere Wohnmobile abstellen können.
Am Ostersonntag haben Barbara und unser Reiseleiter Uwe Geburtstag. Bei gleich zwei Geburtstagskindern ist natürlich auch eine besonders schöne Feier gesichert.
Am Ostermontag werden wir mit mehreren kleinen Booten in ein nahe gelegenes Mangrovengebiet gebracht , in dem über 100 einheimische Familien mit vielen Kindern leben.
Wir besuchen eine Schule (die Kinder kommen extra unseretwegen), wo wir sehr nett empfangen werden und die Kinder ein paar Kleinigkeiten von uns bekommen. Auch ein kleines „Hilfsprojekt“ wird durch uns unterstützt, sodaß letztlich alle zufrieden sind. Dann geht es mit den Booten weiter zu einem einfachen Restaurant, das auf Stelzen am Flußufer im Mangrovenwald steht. Es gibt Fisch und kaltes Bier – Herz was willst du mehr?
Am nächsten Tag fahren wir mit dem WOMO noch ein Stück entlang der faszinierend schönen Pazifikküste. Dann wenden wir uns dem Landesinneren zu, wo wir wieder über 2.500 Meter Seehöhe kommen.
Unsere Eindrücke der fünf bisher besuchten, mittelamerikanischen Staaten unterscheiden sich nicht sosehr entsprechend der politischen Grenzen, sondern vielmehr durch Küste und Binnenland.
In den Küstengebieten wechseln sich wunderschöne Buchten mit Sandstränden und wildromantischen Felsklippen ab, und die Vegetation wird von verschiedensten Palmenarten dominiert. Hier gibt es auch die sprichwörtliche, tropische Hitze.
Im Binnenland, das meist auf 1.000 bis über 2.500 Metern Höhe liegt, sieht es „ein wenig wie bei uns“ aus. – Die Berglandschaft ist aber häufig von Vulkankegeln geprägt und – obwohl es auch hier noch Palmen gibt - ist die dichte Vegetation durch andere Baumarten geprägt. Das Klima ist angenehm warm und in der Nacht sogar kühl.
Innerhalb der politischen Grenzen unterscheiden sich die Länder eher durch die Menge des Mülls, der entlang den Straßen liegt als durch die Landschaften. Gemeinsam haben alle eine sehr schlechte Sicherheitslage aufgrund der hohen Kriminalität.
Typisch sind deshalb überall die hohen Zäune, Gitter und obendrauf noch Stacheldrahtbewehrungen. Bewaffnete Wachdienste sind allgegenwärtig.
Nicht nur vor Banken sondern auch auf den Parkplätzen von Hotels und Restaurants, in Geschäften und bei Tankstellen stehen mit „Pumpguns“ bewaffnete Wächter mit oder ohne Uniformen. - Irgendwann gewöhnt man sich aber auch daran.
Nach einer letzten Nacht in SANTA ANA (El Salvador) geht es weiter nach GUATEMALA – doch das ist schon etwas für den nächsten Bericht.


Ein Pelikan zieht seine Bahn vor der modernen Skyline von Panama City.












Der Panama-Kanal ist 82 Kilometer lang und verkürzt den Seeweg vom Atlantik in den Pazifik um etwa 15.000 Kilometer.




In Costa Rica gibt es viele herrliche Strände - so wie diesen direkt vor unserem Übernachtungsplatz.

Der Vulkan POAS (Costa Rica) zeigt uns sein rauchendes Innenleben. Dies ist ein besonderes Glück, da er sich meist im Nebel versteckt.

In Costa Rica haben bunt bemalte Ochsenkarren Tradition.



Lustige Verkehrszeichen verkürzen uns manchmal die Fahrt. - Dieses hier bedeutet „Achtung Gürteltiere!“






Mitten im Zentrum von MANAGUA (Hauptstadt von Nicaragua) finden wir in einem Park neben dem Nationalpalast eine Elendssiedlung vor, die aus Hunderten Behausungen wie auf diesem Foto besteht.






In TEGUCIGALPA (Hauptstadt von Honduras) gibt es nur wenig Sehenswertes für Touristen. Die Iglesia de pobres (Kirche der Armen) hat aber Charme.



Da wir an einem Karfreitag in den Ort RUINAS DE COPAN (Honduras) kommen, gibt es eine Prozession.
Eine Straße ist mit religiösen Motiven geschmückt, die aus farbigem Sand gemacht sind. Am Ende des Festes marschiert die Prozession über die vergänglichen Kunstwerke.






Die STELEN (Steinsäulen), die von den MAYA in COPAN gemeißelt wurden, zeichnen sich durch eine besondere Detailliertheit der Ornamente aus.
Was wie ein Ornament aussieht, ist aber oft auch ein Teil der Bilderschrift, die heute schon zu ca. 90 % entschlüsselt ist (MAYA-GLYPHEN).






Die Tempelanlagen, die wir heute bewundern, dienten früher oft blutigen Ritualen.











Die COSTA DEL SOL (El Salvador) liegt auf einer langgezogenen Halbinsel, die nach außen den offenen Pazifik und nach innen eine Mangrovenlagune hat.
Mit Booten kommen wir in dieses Restaurant, wo wir frisch gefangenen Fisch bekommen.
Die Toilette des Restaurants erreicht man über diesen Steg. – Wer oder was dann dort hinunterfällt, landet im Schlamm. – Die nächste Flut macht es wieder gut.





Die Sicherheitslage in Mittelamerika ist generell sehr schlecht. – Alle Parkplatze vor Hotels und Restaurants, aber auch die Geschäfte und Tankstellen werden von bewaffneten „Wächtern“ gegen Überfälle geschützt.

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